Fernstudium Waldorfpädagogik

Über uns

Gelegentlich werden wir gefragt, ob ein Fernstudium überhaupt geeignet sei, sich die Grundlagen der Waldorfpädagogik zu erarbeiten. Denn hier gehe es doch weniger um den Erwerb von Wissen, vielmehr sollten Fähigkeiten gebildet werden: durch eigene Erkenntnistätigkeit, durch künstlerisches Üben usw.
Unsere Erfahrung zeigt: gerade deshalb hat sich das Fernstudium für viele als geeigneter Weg erwiesen. Denn näher betrachtet sollte man das Fernstudium besser Nahstudium nennen: Es zählt nur, was sich jeder selbst erarbeitet, ganz individuell. Und genau diese Kraft kann zum Fundament der Zukunft werden. Denn die Praxis der Waldorfpädagogik lebt davon, dass selbständige Persönlichkeiten sich frei entschließen, Verantwortung zu übernehmen. Das kann im Fernstudium beginnen und geübt werden.

Wir haben uns deshalb entschlossen, an dieser Stelle in loser Folge Erfahrungsberichte zu veröffentlichen, die Teilnehmer mit dem Fernstudium gemacht haben.



Waldorfpädagogik vom Feinsten

Als ich das Fernstudium begann, merkte ich ziemlich schnell, dass ich mich hier nicht in einem Fastfood-Restaurant befand, in dem einem die Rezepte auch noch gleich mit auf den Weg gegeben werden. Nicht, dass ich das erwartet hätte, aber wie so ein Fernstudium funktionieren sollte, war mir doch sehr schleierhaft. Inzwischen stelle ich fest, dass ich mich in einem Feinschmecker-Lokal ganz unvergleichlicher Art befinde. Die Zutaten sind von höchster, auserlesener Qualität, die Speisen äußerst delikat zubereitet und nicht nur eine Gaumenfreude, sondern auch eine Augenweide – obwohl die Anforderungen an die Kiefermuskulatur nicht zu leugnen sind!
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Anneke Schammann, La Gomera


Fernstudium Waldorfpädagogik

Auf dem Hof sehe ich einen Kreis Unbekannter, angeregt ins Gespräch vertieft. Wenig später, nach der Begrüßung und einem gemeinsamen Essen, die erste Arbeitseinheit. Aus der eigenen Kindheit werden bedeutende Erlebnisse mit Erwachsenen geschildert, manche haben Erinnerungsstücke mitgebracht. »Da gab es meine Tante Inge. Sie hatte keine Kinder … Ihre große Liebe hatten ihr einst meine Großeltern ausgeredet, denn der Geliebte war Flüchtling. … Noch heute lebt sie in ihrem Elternhaus. 75 Jahre alt und alkoholkrank vor lauter Sehnsucht.« – Ungewöhnlich ist, dass diese intimen Gespräche bereits am ersten Abend stattfinden können, wo die Teilnehmer noch nicht einmal gegenseitig ihre Namen kennen. Offensichtlich erleben sie sich bereits als Gemeinschaft. Und genau genommen sind sie es auch in der gemeinsamen Arbeit an biografischen und spirituellen Fragestellungen. Alle arbeiten seit Monaten, manche bereits seit einem Jahr im begleiteten Selbststudium an den Grundlagen der Anthroposophie und Waldorfpädagogik.
– Ist das möglich, trotz geografischer Entfernung? Die Erfahrungen, die nach sechs Jahren Fernstudium Waldorfpädagogik vorliegen, sprechen für sich.¹
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(Aus Erziehungskunst 1/2008) - Unter Downloads finden Sie den gesamten Artikel als PDF-Datei zum herunterladen.


Meine Erfahrungen mit dem Grundstudium

Es waren eher praktische Gründe, die mich dazu bewogen haben, das Fernstudium als Ausbildungsform zu wählen, obwohl es in unserer Stadt die Möglichkeit gibt, an einem berufsbegleitenden Kurs teilzunehmen. Ich habe vier Kinder und einen berufstätigen Mann, daher kann ich mir nicht vorstellen, über zwei Jahre jedes Wochenende nicht in meiner Familie sein zu können. Familienarbeit bedeutet neben den ganzen praktischen Tätigkeiten Beziehungspflege – und die braucht Zeit und Kontinuität. Ich wäre als Mensch und somit auch als Lehrerin unglaubwürdig, wenn ich das nicht wüsste und in meiner eigenen Familie nicht leben würde.
Dennoch habe ich auch als Mutter von vier Kindern das Recht, mich weiterzubilden und bin daher froh, dass das Fernstudium mir die Möglichkeit gibt, einen Rahmen dafür zu finden.
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Andrea Münch, Freiburg


Distanz ermöglicht Nähe zum Wesentlichen

Die Form des Fernstudiums kam mir aufgrund meiner beruflichen und familiären Situation sehr entgegen. Dennoch fragte ich mich, ob es möglich sei, die speziellen Inhalte Rudolf Steiners auf diese Weise zu vermitteln. Zu diesem Zeitpunkt hegte ich außerdem einige Vorbehalte gegen die "anthroposophische Zunft". Doch die letzten Bedenken gegen diese Form des Studiums und die Anthroposophie verflüchtigten sich während des ersten Seminarwochenendes in Jena.
Ich erlebte dort im Kontakt mit den MitstudentInnen, wie individuell Arbeitstechniken und Erkenntnisse sein können; ebenso, wie viel Rudolf Steiner an der Ausbildung individueller Freiheit und Fähigkeiten gelegen ist. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten der Lektionen und die Wirkung in mein Alltagsleben hinein, gestaltete sich mehr und mehr als sehr intensiv und fruchtbar.
Wie Bindeglieder für Theorie und Praxis wirkten die wiederkehrenden Seminare in Jena. So fand ich manchen Gedanken, der mich bewegte, bestätigt, auf neue Weise betrachtet oder auch zuweilen in Gesprächen sorgsam korrigiert.
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Matthias Klaußner, Leipzig


Rückblick auf das "Waldorfrestaurant“

Nachdem ich während des Studiums im vollen Genuss desselben einen Bericht über dieses "Waldorfrestaurant“ verfasst habe (s.o.: Waldorfpädagogik vom Feinsten), möchte ich nun nach Abschluss desselben noch eimal, nach einem kleinen Verdauungsschläfchen, einen zusammenfassenden Rückblick halten.
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Anneke Schammann, Augsburg


Wonach ich schon lange gesucht habe

Die Waldorfpädagogik habe ich durch meine Kinder entdeckt. An ihnen und im Spielkreis der Christengemeinschaft habe ich noch vor der Wende 1989 erleben können, wie anders Pädagogik wirken kann, wenn sie vom Kinde ausgeht. Über das Herstellen von Waldorfspielzeug erfuhr ich ganz langsam die Zusammenhänge anthroposophischer Menschenkunde. Seitdem sind 17 Jahre vergangen, in denen ich mich immer intensiver mit Waldorfpädagogik und Anthroposophie, aber auch mit anthroposophischer Medizin, Architektur und biologisch-dynamischer Landwirtschaft auseinandergesetzt habe.
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Andrea Seifert, Leipzig


Mit Familie und Beruf Waldorflehrer werden

Wie kann ich Waldorflehrerin werden, wenn ich an einer staatlichen Schule unterrichte, eine Familie mit drei Kindern zu versorgen habe und das nächste berufsbegleitende Waldorf- Lehrerseminar weit von meinem Wohnort entfernt liegt? Das war meine Frage, nachdem mich eine Waldorfschule darauf angesprochen hatte, ob ich mir nicht vorstellen könne, dort zu unterrichten. Ich konnte es mir sehr wohl vorstellen! Aber wie sollte ich es bewerkstelligen, mich sozusagen nebenbei auch noch zur Waldorflehrerin zu qualifizieren?
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Gertrud Fabry, Balve


Woher sollte ich es denn wissen?

Warum ich an eine Waldorfschule gegangen bin, obwohl ich doch beim Staat viel mehr Geld verdienen könnte, das musste ich schon häufig erklären. Da hab ich dann was von pädagogischer Überzeugung, von Schule ohne Durchfallen und Klassenlehrerprinzip heruntergeleiert oder von der tiefgründigen pädagogischen Überlegung jedes einzelnen Schrittes erzählt. Aber von den enormen Freiräumen einer Waldorfschule, die aus klaren menschenkundlichen Motiven resultieren, habe ich nichts berichtet. Nichts berichten können! Ich dachte eben, Waldorfschulen machen das so nach Gefühl, z.B. mit dem Lesen und Schreiben-Lernen.
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Christof Ortlieb, Magdeburg


Individuelle Wege zum Waldorflehrer

Als ich vor 5 Jahren das Fernstudium der Waldorfpädagogik in Jena im ersten Jahr ihres Bestehens begonnen hatte, war ich der Anthroposophie zwar schon länger zugetan, betrat aber mit diesem Schritt völliges Neuland.

Die Pioniere des Fernstudiums 2003 in Jena waren Frauen aus ganz Deutschland, mit unterschiedlicher Geschichte, Motivation und Vorbildung und ebenso unterschiedlichen Wegen und Zielen. Unser gemeinsames Anliegen war es, uns der Waldorfpädagogik und der Anthroposophie zu nähern. Es hat mich sehr angesprochen, mit welchem Engagement der Dozenten jede von uns individuelle Antworten bekam und auf welch feine Weise jede von uns in ihrem Sosein gesehen und angenommen werden konnte. So fanden wir allgemeine Grundlagen, persönliche Antworten und die Möglichkeit, in unserer eigenen Geschwindigkeit in die Tiefen der Waldorfpädagogik zu dringen.
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Sabine Rietdorf, Waldkirch


Freiheit im Denken und Respekt vor der Entwicklung des Einzelnen

Mein Entschluss, Waldorfpädagogik im Fernstudium zu studieren, war in erster Linie meiner familiären und beruflichen Situation geschuldet. Ich bin als freischaffende Sängerin und Gesangspädagogin und als Mutter eines Sohnes eigentlich voll eingespannt. Ich wollte mich pädagogisch weiterbilden und meine Beschäftigung mit der Anthroposophie mit anderen teilen und vertiefen. Als ich dann die Annonce vom Seminar in Jena las, hatte ich die Hoffnung, Studium, Arbeit und Familie unter einen Hut bringen zu können.
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Anja Mertin, Berlin


Ein Weg, der auch mit dem Lehrersein nicht aufhört

Kann man durch ein Fernstudium zum Waldorflehrer ausgebildet werden? – Ja, wenn man sich unvoreingenommen auf die Anthroposophie einlässt und bereit ist, Neues zu denken. Durch das eigene Erarbeiten der Lektionen bekommt man einen individuellen Zugang. Auch den Anforderungen des Praxisjahres muss man sich aus eigenem Antrieb stellen.
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Birgit Mang, Weimar


Bereichernde Vermittlung eines Grundwissens für Erzieher

Ich bin staatlich anerkannte Erzieherin und mit einer Vollzeitstelle in einem Waldorfkindergarten tätig. Als ich nach einer Lösung suchte, der Waldorfpädagogik berufsbegleitend näher zu kommen, erfuhr ich von dem Studium der Waldorfpädagogik im Fernunterricht mit einzelnen Blockseminaren in Jena. Dies war für mich die einzige Möglichkeit trotz meiner Berufstätigkeit als Erzieherin zu studieren.
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Birgit Fleck, Mainz


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