Fernstudium Waldorfpädagogik
Das Praxisjahr

Konkret etwas tun können: Landschaftspflege-Praktikum (9. Klasse)
Es dient der begleitenden Einführung in die pädagogische Praxis unter Berücksichtigung der fachlich angestrebten Spezialisierung (Klassenlehrer, Oberstufenlehrer, auch Kindergärtnerin etc.). Es dauert in der Regel ein Schuljahr. Die Teilnehmer haben zuvor das
Grundstudium oder ein anderes waldorfpädagogisches Seminar absolviert.
Ziel des Praxisjahres ist es, vorangegangene Studien weiterzuführen und den Erwerb von Erkenntnisgrundlagen und Fähigkeiten zu fördern, die eine fruchtbare, den Gegenwartsforderungen entsprechende Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen.
Für das Praxisjahr wird auf Vorschlag des Studenten eine Schule gesucht (in der Regel in Wohnortnähe), an der ein Mentor für die entsprechende Qualifizierung zur Verfügung steht. Der Studierende unterrichtet in der Regel mit einem begrenzten Deputat, sodass genügend Zeit zum Studium bleibt. Für Kindergärten gilt Entsprechendes.
Mit jedem Teilnehmer wird ein individuelles Profil entworfen, das Art und Inhalt der Praxiseinführung beschreibt. Es dient zur Orientierung während des Praxisjahres und ist Feststellungsgrundlage für das spätere Diplom.
Wichtige Gestaltungskriterien eines Profils sind:
- Fachliche Differenzierung: Klassenlehrer, Fachlehrer, Oberstufenlehrer, Kindergärtnerin.
- Ausreichende zeitliche Ressourcen.
- Eigenverantworteter Unterricht, der aus diesem Grund das Maß von 12 Wochenstunden möglichst nicht übersteigen sollte
- Zusammenarbeit mit Mentorinnen.
- Kreative Kompetenz: fortlaufende bzw. intensive künstlerisch-praktische Übungen vor Ort.
- Geisteswissenschaftliche Erkenntnisgrundlagen.
- Fachkompetenz, erworbenes Bildungsprofil.
- Lebensbedingungen.
- Vernetzung mit anderen Weiterbildungseinrichtungen.
Neben der Arbeit in Schule oder Kindergarten finden zur ergänzenden Vorbereitung und Reflexion
drei Wochenendseminare und eine
Blockwoche im
Seminar für Pädagogische Praxis in Jena statt. Die Seminare dienen der persönlichen Begegnung in pädagogischen und künstlerisch-praktischen Übungen.
Mögliche Übungsgegenstände können sein:
- Spirituelle Grundlagen der Waldorfpädagogik: Geisteswissenschaftliche Anthropologie Rudolf Steiners („Allgemeine Menschenkunde“), Phänomenologisches Denken (Denken „an den Dingen“).
- Unterrichtspraktische Übungen: Epochen- und Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsrhythmus, Erzählen, Tafelschrift und -zeichnen, Kinder- und Naturbeobachtungen, Charakterisieren, Zusammenarbeit mit Eltern; vom einfühlsamen Umgang mit Kindern, die Gebärden des Erziehers.
- Künstlerisch-praktische Übungen: Plastizieren, Sprachgestaltung, Musik, Eurythmie, Malen, Zeichnen, Schauspiel.
Damit an tatsächliche Bedürfnisse angeknüpft werden kann, wird besonderer Wert gelegt auf gemeinsame Themen- und Zeitgestaltung. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihren Fragen entsprechend Übungen und Seminare einrichten zu lassen.